Ankommen im Alltag
Ankommen und Alltag in der Schweiz – sich einleben und dazugehören
Wenn die Formalitäten erledigt sind, beginnt der Alltag: bezahlen mit TWINT, einkaufen rund um die frühen Öffnungszeiten, Sonntags- und Ruhezeiten, Abfalltrennung, die Serafe-Abgabe, der Dialekt und das Vereinsleben. So leben Sie sich in der Schweiz ein.
Die Formalitäten – Anmeldung, Krankenversicherung, Auto – sind in den jeweiligen Themenartikeln beschrieben. Hier geht es um den Alltag danach: ums Bezahlen, Einkaufen, um den besonderen Rhythmus des Schweizer Lebens und darum, wie Sie sich einleben und dazugehören. Vieles läuft anders als in Deutschland, ist aber schnell verstanden.
Die ersten Schritte
Gleich nach der Ankunft melden Sie sich innerhalb von 14 Tagen bei Ihrer Wohngemeinde an (siehe „Anmeldung und Wohnsitz") und schließen innerhalb von drei Monaten die Krankenversicherung ab (siehe „Gesundheit und Krankenversicherung"). Daneben lohnt es sich, früh ein Schweizer Bankkonto zu eröffnen und eine Schweizer SIM-Karte zu besorgen.
Bezahlen und Bank
Bargeld und Karten werden überall akzeptiert – im Alltag aber kaum etwas so oft genutzt wie TWINT, die Schweizer Bezahl-App. Richten Sie sie früh ein: Damit zahlen Sie im Laden, überweisen Geld an Freunde und begleichen Rechnungen per QR-Code. Grundsätzlich gilt: Die Schweiz ist teuer. Die Löhne sind hoch, aber Mieten, Krankenkasse und Lebenshaltung ebenso – das Nettoeinkommen sagt allein wenig über die Kaufkraft.
Einkaufen und Öffnungszeiten
Die beiden großen Supermärkte sind Migros und Coop. Planen Sie die Öffnungszeiten ein: Die Läden schließen werktags oft schon um 18.30 oder 19 Uhr und samstags früher. Sonntags ist fast alles geschlossen – Ausnahmen sind Geschäfte an Bahnhöfen, Flughäfen und in Tourismusorten. Wer am Wochenende kochen will, deckt sich am Samstag ein.
Sonntags- und Ruhezeiten
Der Sonntag ist Ruhetag, und das wird ernst genommen: Lärmende Tätigkeiten wie Rasenmähen oder Bohren sind tabu. Auch nachts und vielerorts über Mittag gelten Ruhezeiten. In Mietwohnungen regelt die Hausordnung das Zusammenleben – halten Sie sich daran, das erspart Ärger mit den Nachbarn.
Abfall und Recycling
Die Schweiz trennt Abfall konsequent. In vielen Gemeinden müssen Sie für den Hauskehricht offizielle Gebührensäcke (auch Kehrichtsack genannt) kaufen – Sie zahlen also pro Sack. Glas, PET, Aluminium, Papier und Karton werden getrennt gesammelt, ebenso Batterien. Wer Abfall falsch oder „schwarz" entsorgt, riskiert eine Buße. Wie das System bei Ihnen genau funktioniert, erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde.
Die Serafe-Abgabe
Jeder Haushalt zahlt eine Radio- und Fernsehabgabe – unabhängig davon, ob er überhaupt ein Gerät besitzt. Sie beträgt derzeit 335 Franken pro Jahr und sinkt ab 2027 auf 312 Franken. Anmelden müssen Sie sich nicht: Die Rechnung kommt automatisch, weil die Erhebungsstelle Serafe die Daten von Ihrer Gemeinde erhält. Befreiungen gibt es nur in wenigen Ausnahmefällen.
Sprache
In der Deutschschweiz spricht man im Alltag Schweizerdeutsch (Mundart), geschrieben wird aber Hochdeutsch. Der Dialekt ist am Anfang eine Hürde – verstanden werden Sie trotzdem, denn Hochdeutsch beherrschen praktisch alle. Mit der Zeit gewöhnt sich das Ohr daran, und Verständnis für den Dialekt öffnet Türen. Die Schweiz hat vier Landessprachen (Deutsch, Französisch, Italienisch, Rätoromanisch).
Ankommen unter Leuten
Schweizerinnen und Schweizer schätzen Pünktlichkeit, Verlässlichkeit und Privatsphäre. Freundschaften entstehen eher langsam – dafür halten sie oft lange. Der klassische Weg, Leute kennenzulernen und sich zu integrieren, sind die Vereine: vom Sport- bis zum Musikverein gibt es für fast alles eine Gemeinschaft. Ein freundlicher Gruß im Treppenhaus und Respekt vor der Hausordnung gehören zum guten Ton.
Notfallnummern und Praktisches
Die wichtigsten Notrufnummern: 112 (allgemeiner Notruf), 117 (Polizei), 118 (Feuerwehr), 144 (Sanität) und 1414 (Rega, Luftrettung). Leitungs- und Brunnenwasser ist hervorragend und überall trinkbar. Trinkgeld ist nicht obligatorisch (der Service ist inbegriffen); üblich ist, aufzurunden. Der öffentliche Verkehr ist exzellent und oft die bequemste Art, sich zu bewegen (siehe „Auto und Verkehr").
Praxis-Tipps
- TWINT früh einrichten: Im Alltag fast unverzichtbar.
- Samstags einkaufen: Sonntags sind die Läden zu.
- Ruhezeiten und Hausordnung beachten: Das schafft gute Nachbarschaft.
- Gebührensäcke besorgen: In vielen Gemeinden Pflicht für den Hauskehricht.
- Einem Verein beitreten: der schnellste Weg, anzukommen.
Direktkontakt: Radio- und Fernsehabgabe
SERAFE AG
Web: serafe.ch
Erhebungsstelle für die Haushaltabgabe; Fragen zu Rechnung und Ausnahmen.
Direktkontakt: Alltag vor Ort
Wohngemeinde / ch.ch
Abfallsystem, Gebührensäcke, lokale Regeln und Öffnungszeiten erfahren Sie bei Ihrer Gemeinde bzw. über das Behördenportal ch.ch.
Stand: 20. Juni 2026. Abgaben (etwa die Serafe-Abgabe), Öffnungszeiten-Regeln und lokale Vorschriften können sich ändern – aktuelle Angaben bei Ihrer Gemeinde prüfen.