← Alle Themen für Schweiz

Heizen

Heizen in der Schweiz – Systeme, Vorschriften und Kosten

Heizen ist in der Schweiz von der Klimapolitik geprägt: Fossile Heizungen werden zurückgedrängt, beim Ersatz gelten kantonale Vorschriften, und eine CO2-Abgabe verteuert Öl und Gas. Was Mieter und Eigentümer zu Systemen, Regeln, Kosten und Förderung wissen müssen.

7 Min. Lesezeit · 🇨🇭 Schweiz

Heizen in der Schweiz – Systeme, Vorschriften und Kosten

Heizen ist in der Schweiz eng mit der Klimapolitik verzahnt. Fossile Heizungen mit Öl und Gas werden Schritt für Schritt zurückgedrängt, beim Heizungsersatz gelten kantonale Vorschriften, und eine CO2-Abgabe verteuert fossile Brennstoffe. Für Mieter läuft das meiste über die Nebenkosten, für Eigentümer wird die Wahl des Heizsystems zur langfristigen Entscheidung. Dieser Überblick zeigt, worauf es ankommt.

Womit die Schweiz heizt

Noch immer heizt rund die Hälfte der Schweizer Haushalte mit Öl – früher günstig und verbreitet, heute auf dem Rückzug. Daneben gibt es Gasheizungen, in Städten Fernwärme sowie Holz- und Pelletheizungen. Für Neubauten und beim Ersatz ist die Wärmepumpe inzwischen das Standardsystem: Sie nutzt Umweltwärme aus Luft, Erdreich oder Grundwasser und kommt nahezu ohne CO2 aus.

Für Mieter

Als Mieter müssen Sie sich um das Heizsystem nicht selbst kümmern. Die Heizkosten sind Teil der Nebenkosten; in größeren Liegenschaften werden sie verbrauchsabhängig abgerechnet. Achten Sie beim Einzug auf die Höhe der Akonto-Nebenkosten und auf die jährliche Heizkostenabrechnung.

Für Eigentümer: Vorschriften beim Heizungsersatz

Wer ein Eigenheim besitzt, trifft beim Ersatz der Heizung auf kantonale Energievorschriften. In vielen Kantonen muss eine neue Heizung einen Mindestanteil an erneuerbarer Energie erreichen – im Kanton Zürich etwa mindestens 80 Prozent über die Lebensdauer der Anlage. Ein einfacher Eins-zu-eins-Ersatz einer Öl- durch eine neue Ölheizung ist vielerorts nicht mehr ohne Weiteres möglich. Die Regeln unterscheiden sich je nach Kanton, einzelne Kantone sind strenger als andere. Städte wie Basel, Winterthur und Zürich planen zudem, ihre Gasnetze schrittweise abzuschalten. Übergeordnetes Ziel ist die Klimaneutralität bis 2050.

Der Heizungsersatz ist bewilligungspflichtig: Das entsprechende Gesuch reichen Sie beim Bauamt Ihrer Gemeinde ein.

Die CO2-Abgabe

Auf fossile Brennstoffe wie Heizöl und Erdgas wird eine CO2-Abgabe erhoben – seit 2022 beträgt sie 120 Franken pro Tonne CO2. Sie verteuert fossiles Heizen spürbar, und ein Teil der Einnahmen fließt in die Förderung erneuerbarer Heizsysteme zurück. Eine weitere Erhöhung gilt als wahrscheinlich.

Kosten

Der Ersatz einer Heizung im Einfamilienhaus kostet je nach System und baulichen Voraussetzungen meist zwischen 25.000 und 60.000 Franken. Eine Ölheizung ist im Einbau oft günstiger, verursacht aber über die Jahre deutlich höhere Betriebskosten – sowohl durch steigende Ölpreise (Anfang 2024 rund 110 Franken pro 100 Liter, gegenüber 60 bis 70 Franken im Jahr 2020) als auch durch die CO2-Abgabe. Erneuerbare Heizungen amortisieren sich durch die tieferen Betriebskosten meist innerhalb von 10 bis 15 Jahren.

Förderung

Der Umstieg auf erneuerbare Heizsysteme wird in der Schweiz stark gefördert. Das wichtigste Instrument ist das Gebäudeprogramm von Bund und Kantonen, gespeist aus der CO2-Abgabe. Die Höhe der Beiträge ist kantonal unterschiedlich: Für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe gibt es häufig einen Sockelbeitrag (etwa 4.000 Franken) plus einen Leistungsbeitrag, für Erdwärmesonden fallen die Beiträge höher aus. Eine kostenlose „Impulsberatung erneuerbar heizen" hilft bei der Planung.

Praxis-Tipps

- Mieter: Nebenkostenabrechnung prüfen und auf realistische Akonto-Beträge achten.
- Vor dem Hauskauf prüfen: Eine alte Öl- oder Gasheizung kann bald ersatzpflichtig sein – das in die Kaufentscheidung einrechnen.
- Förderung mitnehmen: Beiträge von Bund, Kanton und Gemeinde vor dem Ersatz abklären und die kostenlose Impulsberatung nutzen.
- Langfristig rechnen: Erneuerbare Heizungen sind im Einbau teurer, aber im Betrieb deutlich günstiger.

Direktkontakt: Beratung und Heizungsersatz
EnergieSchweiz (Bundesamt für Energie)
Web: energieschweiz.ch
Informationen zum Heizungsersatz, Heizkostenrechner und kostenlose Impulsberatung „erneuerbar heizen".

Direktkontakt: Vorschriften und Förderung
Kantonale Energiefachstelle / Gemeinde
Die geltenden Vorschriften, das Baugesuch und die Fördergelder regelt Ihr Kanton. Die zuständige Stelle finden Sie über Ihre Gemeinde bzw. das Behördenportal ch.ch.

Stand: 20. Juni 2026. CO2-Abgabe, kantonale Vorschriften zum Heizungsersatz und Förderbeiträge ändern sich – aktuelle Angaben beim Kanton, der Gemeinde oder bei EnergieSchweiz prüfen.

Stand: 20.6.2026