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Auto und Verkehr

Auto und Verkehr in Serbien – Zulassung, Führerschein-Umschreibung und Maut

Ein Auto ist in Serbien fast überall nötig. Was du zur Umschreibung des deutschen Führerscheins nach sechs Monaten, zur jährlichen Kfz-Zulassung mit technischer Untersuchung, zum teuren Auto-Import (Zoll, Euro-3-Pflicht) und zur streckenbezogenen Autobahnmaut wissen musst – plus: keine Grüne Karte mehr nötig.

8 Min. Lesezeit · 🇷🇸 Serbien

Auto und Verkehr in Serbien – Zulassung, Führerschein-Umschreibung und Maut

Ein Auto ist in weiten Teilen Serbiens praktisch unverzichtbar – außerhalb der großen Städte ist der öffentliche Verkehr dünn. Als Auswanderer musst du dich um Führerschein, Zulassung und Versicherung kümmern; vieles läuft anders als in Deutschland. Dieser Überblick zeigt die wichtigsten Schritte.

Führerschein: umschreiben nach sechs Monaten

Während eines vorübergehenden Aufenthalts darfst du mit deinem gültigen deutschen Führerschein fahren. Wer dauerhaft nach Serbien zieht, darf den ausländischen Führerschein noch sechs Monate ab Einreise nutzen – danach muss er in einen serbischen umgeschrieben werden. Für deutsche Führerscheine ist eine Umschreibung über bestehende Abkommen möglich (meist als Verwaltungsakt; ob eine Prüfung nötig ist, hängt vom aktuellen Stand des Abkommens ab). Wichtig: Du darfst nicht gleichzeitig zwei Führerscheine verschiedener Staaten nutzen – wird der ausländische bei einer Kontrolle benutzt, kann er eingezogen werden.

Auto anmelden – jedes Jahr neu

Anders als in Deutschland ist die Kfz-Zulassung (registracija) in Serbien eine jährliche Pflicht: Jedes Jahr brauchst du eine bestandene technische Untersuchung (tehnički pregled), eine gültige Kfz-Haftpflicht und die Registrierung bei der Polizei (MUP). Praktischerweise erledigen das die Prüfstellen meist in einem Rutsch – Untersuchung, Versicherung und Zulassung an einem Ort. Die technische Untersuchung kostet grob 2.000 bis 5.000 Dinar (etwa 17 bis 42 Euro), dazu kommen Versicherung und Zulassungsgebühren. Wer länger als sechs Monate bleibt, muss sein Fahrzeug zulassen.

Auto mitbringen oder vor Ort kaufen?

Ein Auto dauerhaft nach Serbien einzuführen kann teuer werden: Fällig werden Zoll und 20 Prozent Einfuhrumsatzsteuer, eine Homologation sowie der Nachweis, dass das Fahrzeug mindestens die Abgasnorm Euro 3 erfüllt – ältere Autos lassen sich oft gar nicht zulassen. Nach der Zollabfertigung muss innerhalb von 30 Tagen registriert werden. Häufig lohnt sich der Import nicht, und es ist einfacher, vor Ort zu kaufen: Serbien hat einen großen, lebhaften Gebrauchtwagenmarkt. Rechne vorher genau durch, ob sich die Einfuhr deines Wagens überhaupt rechnet.

Grüne Karte, Maut und Straßen

Gute Nachricht für Grenzpendler: Seit 2012 brauchst du zwischen Deutschland und Serbien keine Grüne Versicherungskarte mehr – deutsche Kennzeichen sind in Serbien anerkannt und umgekehrt. Auf den Autobahnen (auto-put) wird streckenbezogen Maut (putarina) erhoben – kein Vignettensystem wie in Ungarn oder Österreich, sondern Bezahlung nach gefahrener Strecke; für schnelleres Durchfahren gibt es einen elektronischen Mautsender (TAG/ENP). Das Autobahnnetz entlang des Korridors 10 verbindet Belgrad mit Novi Sad, Niš und den Grenzen und wird laufend ausgebaut; Nebenstraßen sind unterschiedlich gut.

Stand: Juni 2026. Gebühren, Abgasnormen und Maut-Tarife ändern sich – prüfe die aktuellen Vorgaben vor Zulassung oder Import beim Innenministerium (MUP), bei einer Prüfstelle oder beim Auto-Moto-Verband AMSS (Tel. 1987).

Stand: 24.6.2026